"Viele Besucher zum Nachdenken gebracht"

| Abschluss der Krippenausstellung im Klinikum Fichtelgebirge Haus Marktredwitz


„Warum wollen wir es an Weihnachten unbedingt so gemütlich und rührselig haben„ wo es doch damals bei der Geburt Jesu ganz und gar nicht gemütlich zuging?" fragte Gemeindereferent Ulrich Frey am Donnerstag bei der Abschlussveranstaltung der Krippenausstellung im Foyer des Klinikums Fichtelgebirge Haus Marktredwitz.

Dass es um weit mehr geht als Plätzchen und teure Geschenke, hatte die nun endende Ausstellung von „Friedenskrippen" im Klinikum viele Wochen lang vermittelt. Mit zahlreichen Begleitveranstaltungen war thematisiert worden, was in den 70er Jahren zur Entstehung der ersten Friedenskrippen geführt hatte: Da hatte deren „Erfinderin", die Aachenerin Berta Kals, erschüttert die Pressemeldung zur Kenntnis genommen, dass die USA die Welt nun 30 Mal würden zerstören können und damit die damalige Sowjetunion überflügelt hätten, die dazu nur 28 Mal in der Lage gewesen wäre. Nun, so Ulrich Frey, sei der kalte Krieg zwar vorbei, Elend, Ausbeutung, Ungerechtigkeit und Folter gebe es jedoch nach wie vor in erschreckendem Ausmaß. Die Friedenskrippen, die all dies aufgreifen, hätten so manchen Besucher nachdenklich gemacht: Natürlich dürfe Weihnachten ein schönes Familienfest sein – aber wenn es allein dabei bleibe, fehle eine wichtige Dimension dessen, was die Geburt Jesu eigentlich bedeute. Und dabei gehe es nicht immer darum, die große Welt zu verändern, sondern beginne im Innern eines jeden Menschen selbst.

Das unermüdliche Engagement Freys, der seit vielen Jahren mit einem Helferteam Krippen aus aller Welt im Klinikum Fichtelgebirge ausstellt und betreut, würdigte Geschäftsführer Martin Schmid und bedankte sich herzlich für den „Besuchermagneten" im Foyer. Die „Brander Schluaßspoutzn" unter der Leitung von Inge Schemm umrahmten die Finissage musikalisch und bewiesen mit selbst arrangierten Titeln wie zum Beispiel „Freedom is comin’", dem afrikanischen „Mungo ni m’wen ma" oder dem mundartlichen „Ich war aaf da Stäija" einmal mehr ihr Können und die Bandbreite ihres Repertoires.

 

Geschäftsführer Martin Schmid (li), Gemeindereferent Ulrich Frey (re) und die "Brander Schluaßspoutzn"