Nuklearmedizinische Diagnostik bedeutet Untersuchung von Patienten mit offenen radioaktiven Stoffen. Hierbei wird eine radioaktive Substanz verabreicht (meistens in die Vene injiziert, in manchen Fällen als Kapsel verabreicht).
Die Substanz zirkuliert durch den Körper und gelangt in das Organ oder Organsystem, das untersucht werden soll. Mit einer Gamma-Kamera oder einer Messsonde wird die Strahlung, die von der radioaktiven Substanz ausgeht, gemessen. So bekommt man Informationen über Form, Größe, Lage, Funktion und über Erkrankungen der verschiedenen Organe oder Organsysteme.
Die Nuklearmedizinische Abteilung des Klinikums Fichtelgebirge ist mit 2 SPECT-fähigen Großfeld-Gammakameras (davon eine Doppelkopfkamera) mit Ganzkörpereinrichtung, einer Schilddrüsen-Spezialkamera, einem Einkanalmessplatz mit Sonde und Bohrloch, zwei Gammasonden zur intraoperativen Detektion von Wächterlymphknoten (sentinel node), einem Ergometriemessplatz für Herzuntersuchungen und zwei Sonografiegeräten einschließlich Farbdoppler für Ultraschalluntersuchungen der Bauchorgane und der Schilddrüse ausgestattet.
Nebenwirkungen sind durch die in der Nuklearmedizinischen Diagnostik verwendeten radioaktiven Substanzen nicht zu befürchten.
Die Untersuchungen sind mit einer nur sehr geringen Strahlenexposition verbunden, da wir heutzutage radioaktive Stoffe verwenden, die nur sehr kurze Zeit eine radioaktive Strahlung abgeben und teilweise sehr rasch aus dem Körper ausgeschieden werden. Zum Beispiel liegt die Strahlenbelastung für die Keimzellen meist in einem Dosisbereich, die diese auch durch die natürliche Strahlenexposition pro Jahr erhalten. Nuklearmedizinische Untersuchungen sollten bei gezielter Fragestellung erfolgen. In der Regel wird der behandelnde Arzt entscheiden, wann eine solche Untersuchung notwendig und sinnvoll ist - dann kann die Nuklearmedizin allerdings diagnostische Ergebnisse liefern, die mit anderen Untersuchungsmethoden häufig nicht oder nur mit einem erheblich höheren Aufwand oder Risiko zu erreichen sind.
